Newsletter Juli 2018

Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)


Ich hoffe sehr, dass der nette Fleischer, der mir nicht näher bekannt ist, keinen Verstoß in der Veröffentlichung dieses Fotos sieht, das seit einiger Zeit bei WhatsApp die Runde macht.Auch wenn Sie diese Bezeichnung DSGVO nicht mehr hören können, weil auch Ihr Posteingang mit unzähligen Emails belastet war, so möchte ich meine Sicht der Dinge wiedergeben.
Angesichts der vergangenen und sicherlich zukünftigen Datenskandale war eine europäische Neuregelung dringend notwendig. Wenn Sie diesen Begriff „Datenskandale“ bei Google eingeben, werden Sie selbst das Unternehmen Google als Betroffenen neben anderen namhaften wie facebook, ebay und vielen weiteren entdecken. Das durch dieses Gesetz nicht nur die großen, sondern jedes noch so kleine Unternehmen betroffen ist, die geforderten Standards des Datenschutzes einzuhalten, ist verständlich.
Nun gehe ich als Baufinanzberater seit rund 30 Jahren mit Daten meiner Kunden um. Anfangs wurden diese in Ordnern abgelegt und für den bestimmten Zweck, nämlich eine Baufinanzierung zu beantragen, verwendet. Im Zeitalter der Digitalisierung geschieht dies weitgehend papierlos.
Unabhängig von bisherigen und aktuellen gesetzlichen Vorgaben habe ich schon immer Wert auf sorgfältigen und bestimmungsgemäßen Umgang mit Ihren Daten gelegt. Ich versichere, dies auch in Zukunft so zu handhaben.

Baukindergeld beschlossen

Nach einem unerwartet holprigen Endspurt ist eines der wichtigsten Projekte der Großen Koalition durch:
Das Baukindergeld kommt und zwar wie ursprünglich vereinbart. Rückwirkend zum 1. Januar 2018 gibt es für Familien für den Kauf oder Bau einer Immobilie über zehn Jahre hinweg 1200 Euro je Kind und Jahr. Das gilt allerdings nur für jene mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 75.000 Euro, plus 15.000 Euro Freigrenze pro Kind. Eine nachträglich überraschend beschlossene Deckelung der Quadratmeterzahl auf 120 Quadratmeter hat die Koalition wieder gekippt, dafür soll es nun eine Antragsfrist bis Ende 2020 geben. Dadurch soll der geplante Finanzrahmen von zwei Milliarden Euro gehalten werden.
Die Union setzt mit dem Baukindergeld einen Haken hinter eines ihrer Wahlversprechen: Mit der Förderung will sie jungen Familien dabei helfen, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Zähneknirschend hatte die SPD der Finanzspritze in den Koalitionsverhandlungen zugestimmt. Sie beklagt, dass auch Arbeitnehmer mit geringem Einkommen, die sich trotz der Förderung keine Wohnung kaufen können, die Leistung über ihre Steuern indirekt mitzahlen.
Bitte beobachten Sie weiter die Politik und die weiteren Veröffentlichungen. Antragstellungen sind nach gegenwärtigem Stand ab August möglich. Die Förderung ist erreichbar für Projekte ab 1. Januar 2018, also auch bedingt rückwirkend.

Die Zinsen bleiben niedrig

Der Ausstieg aus den Anleihekäufen war lange überfällig. Ein Grund zum Aufatmen ist das aber nicht für die Sparer.
Ist nach Jahren ein Ende der ultralockeren Geldpolitik in Sicht? Mit seinem Beschluss, den weiteren Zukauf von Staatsanleihen zu drosseln und Ende 2018 ganz aufzuhören (falls nicht noch etwas dazwischen kommt), hat der EZB-Rat scheinbar den „Ausstieg“ angekündigt. Doch das Kaufprogramm bleibt bestehen, sagt EZB-Chef Mario Draghi in dankenswerter Klarheit. Denn längst ist nicht mehr der monatliche Zukauf die entscheidende Größe. Es ist der Bestand von inzwischen 2500 Milliarden Euro an Wertpapieren, vornehmlich Staatsanleihen.
Die EZB wird diesen enormen Bestand noch lange behalten und auslaufende Papiere durch Reinvestitionen ersetzen. Das drückt faktisch die Zinsen. Am Markt sind von manchen Staatspapieren nur noch kleine Restbestände frei handelbar, den Rest haben die Notenbanken in ihren Kellern verstaut.
Die Zentralbanken sind in gewisser Weise abhängig geworden von den Nöten der Finanzminister, indem sie in einigen Euroländern ein Viertel oder fast ein Drittel aller Schulen aufgekauft haben. Die jüngsten Turbulenzen in Italien haben Draghi natürlich nicht kalt gelassen, auch wenn er sich bemüht, Ruhe und Zuversicht auszustrahlen. Kein Grund zum Aufatmen für Sparer…
Europas Zentralbank bleibt im Krisenmodus und bewegt sich nur ganz vorsichtig Richtung Ausgang. Ihre Bilanzsumme von 4,5 Billionen Euro ist mehr als dreimal so groß wie vor der Finanzkrise. Trotz des vierjährigen Konjunkturaufschwungs liegen die Zinsen auf Null- und Negativlevel.
Die amerikanische Notenbank ist hingegen schon recht weit vorangekommen mit der Normalisierung der Geldpolitik. Sie hat in dieser Woche zum siebten Mal seit 2015 die Leitzinsen angehoben und beginnt, ihren Anleihenbestand abzugeben. Die EZB ist von einer echten Geldpolitik- und Zinswende noch weit entfernt. Der Ausstieg aus den Anleihekäufen war lange überfällig. Nun muss die EZB handeln, obwohl sich der Konjunkturausblick etwas verdunkelt hat. Sollte es in den nächsten Jahren zu einer echten Konjunkturkrise kommen, sähe es düster aus. Die Zentralbank hätte kaum Spielraum zu lockern, weil die Zinsen schon auf extrem niedrigem Niveau liegen. Auch für die Sparer ist die jüngste Entscheidung der EZB kein Grund aufzuatmen. Die Zinsen blieben erstmal niedrig.
Allerhöchstens ganz zum Schluss von Draghis achtjähriger Amtszeit ist denkbar, dass der Einlagezins aus dem Negativbereich gehoben wird. Und selbst das hängt davon ab, ob sich die Konjunktur hält.